Einsatz für die Ärmsten
Die «Aktion Ziege» ist wiederum an der Olma
Seit 40 Jahren gibt es die «Aktion Ziege». Sie ist in den Jahren stetig gewachsen und ermöglicht Menschen in Südindien, ihren Alltag zu bewältigen und gesund zu leben. Die «Aktion Ziege» gehört an die Olma wie alle anderen Angebote. 88 Jugendliche des Gymnasiums Friedberg und der Maitlisek in Gossau preisen zusammen mit Aufsichtspersonen an zwei Ständen geduldig die Ziegen an.«Mit Erfolg, denn die Ziegen sind sehr gefragt», freut sich der heutige Koordinator Guido Helbling. «Sie verschönern viele Wohnzimmer, werden oft verschenkt oder von Kindern zum Spielen verwendet. Es gibt sogar Personen, welche die Ziegen sammeln.»
So kommen an der Olma jeweils rund 20 000 Franken für die Armen in Indien zusammen. Wichtiges Schulprojekt Der grösste Teil der Herstellung der Ziegen ist Aufgabe des Gymnasiums. Nachdem die Ziegen extern ausgesägt wurden, bekommen sie am Gymnasium Friedberg den Feinschliff. Schülerinnen und Schüler bemalen sie zudem mit verschiedensten Motiven und neu als Pop-Ziegen.
Ein normale Ziege kostet sieben, eine Pop-Ziege 14 Franken. Verkauft werden aber auch Schreibkarten, Bienenwachskerzen und Schokoladen. So werden zusammen mit dem Gymnasium Clemens in Ebikon pro Jahr rund 1000 Ziegen verkauft. Dieser Erfolg hat die Lehrerschaft des Gymnasiums Friedberg bewogen, nach dem Tod von Pater Zoll die Aktion weiterzuführen. «Sie ist nicht nur für die benachteiligten Menschen wichtig, sondern auch für uns als Schulprojekt», betont Helbling.
«Schülerinnen und Schüler sind handfest in ein Projekt involviert. Wir erachten es auf der sozialen und persönlichkeitsbildenden Ebene als sehr wichtig.» Der Ursprung der Aktion liegt bei einem Missionar in Südindien. Er hatte festgestellt, dass Familien, die im Besitz einer Ziege waren, gesünder lebten. Über den Pallottiner Pater Zoll kam die Idee ans Gymnasium Friedberg. «Zusammen mit Lehrern, Schülern und Freunden sammelteer 1970 Geld für 300 Ziegen», erklärt Helbling. «Der Erfolg war so gross, dass mehr und mehr Anfragen nach Ziegen kamen und sich die ganze Aktion immer mehr ausweitete.»
Mit Hilfe der Pallottiner von Bangalore in Südindien, heute alle indischen Ursprungs, seien soziale Hilfe allgemein und vor allem Schulbildung dazugekommen. «Schön ist auch, dass die jungen Männer durch den Eintritt in die Pallottinergemeinschaft ebenfalls von einem starken sozialen Aufstieg profitieren.»
Martin Brunner; GoZ

