Vinzenz Pallotti - ein authentischer Mensch

Die Pallottinergemeinschaft Friedberg feiert ihren Gründer

 

Traditionellerweise erfolgt für dieses Fest eine Einladung an die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Dekanat Gossau, an die anderen Ordensgemeinschaften in der Umgebung und an das Ordinariat. Dieses Jahr wurden auch die Sponsoren der neuen Truhenorgel im Oratorium des Pallottinerhauses eingeladen, denn dem feierlichen Vespergottesdienst ging die Orgelweihe voraus.

Rund vierzig Gäste konnte der Hausrektor, P. Andy Givel, zum Gottesdienst begrüssen. P. Adrian Willi segnete in einem schlichten Akt die Orgel, bevor sie zum ersten Mal in einem Gottesdienst erklang. Er wies in seiner Einleitung auf die Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils hin, wo es heisst: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel erporzuheben“. Genau dies erlebte die versammelte Gemeinschaft, als Lea Rezzonico aus Gossau in einem festlichen Eingangsspiel zur Vesper die Orgel kollaudierte.

P. Adrian segnet die neue Truhenorgel
Lea Rezzonico, Organistin
P. Frederick, Festprediger

P. Frederik Bigler stellte in seinem Predigtwort den hl. Vinzenz Pallotti in seine Zeit und schälte aus dem Zeitbedingten und heute manchmal Unverständlichen die immer gültige Echtheit eines Menschen heraus, der von einem unerschütterlichen Glauben an Gott getrieben jede Möglichkeit wahrnahm, den Glauben zu vertiefen und die Liebe zu entzünden. Vor allem sein glaubwürdiges Zeugnis in Wort und Tat hat damals vielen Menschen geholfen, zu Gott zu finden und seine unerschöpflichen Initiativen, dem Nächsten zu helfen, inspiriert uns auch heute in einer ähnlichen Zeit des Auf- und Umbruchs wieder neu, in „winterlicher Zeit“ nicht zu ermüden sondern, wie Hilde Domin schrieb, „…dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“.

Von Orgelklängen begleitet konnten sich Gastgeber und Gäste bei einem Aperitif begrüssen und die Festfreude bei einem guten Abendessen geniessen. Vor dem Dessert jedoch wurde erneut in das Oratorium geladen, denn dort erklärten nun die Orgelbauer Armin Hauser und sein langjähriger Mitarbeiter Anton Meier einiges über die Truhenorgel. Reine Mechanik, auserlesene Materialien und jahrelange Erfahrung im Orgelbau haben ein einmaliges Instrument hervorgebracht. Die vier Register verglich Armin Hauser mit Männer-, Frauen-, Jungen- und Kinderstimmen. Die Kunst des Orgelspiels sei es, dieses Stimmenwirrwarr in eine Harmonie zu bringen und ganz verschiedene Stimmungen und Emotionen hervorzubringen. Lea Rezzonico vermochte hervorragend, im anschliessenden Konzert dies zu Gehör zu bringen. Sie wählte dazu verschiedene Werke barocker Komponisten und brachte die vier Register in Dialog miteinander.

Ein gediegener, froher Abend klang aus. Es schien, als könne man an der Büste des hl. Vinzenz Pallotti im Oratorium ein Lächeln um die Mundwinkel beobachten. Ob wohl der unermüdliche Mystiker des „spempre più“ doch für einmal zufrieden war?

 

P. Adrian Willi SAC

 

 

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