Wer sind wir? Was wollen wir?

Dieser durch den Volksmund entstandene Name der apostolischen Gemeinschaft geht zurück auf den Römer Vinzenz Pallotti; er lebte 1795–1850. Die Französische Revolution entdeckte in dieser Zeit die Bürgerrechte, Pallotti die «Christenrechte». Pallottis Idee war: Alle Getauften sind Apostel – nicht nur die Amtsträger. Jeder gestaltet mit seinen Charismen und an seinem Ort die Kirche neu. Papst und Bischöfe wehrten sich zum Teil heftig gegen Pallottis Idee. Sie ahnten: DAS WÜRDE DIE KIRCHE RADIKAL VERÄNDERN! Aber genau das war Pallottis innigster Wunsch. Dennoch ermutigte er alle, auf ihre je eigene Art fantasievoll Apostel zu sein. Er selbst fand vom strengen zum liebenden Gott, vom Schwermut zum Wagemut. Kirchliche Karrieren lehnte er jedoch konsequent ab. Papst Johannes XXIII. verehrte den heiligen Revolutionär und brachte seine Ideen 1963 ins Konzil ein und ernannte ihn zum Konzilpatron.

Die ersten Pallottinerinnen kamen aus Deutschland Limburg/Lahn 1926 nach Gossau um den Pallottinern den Haushalt zu führen.

1932 kamen die Schwestern ebenfalls von Limburg/Lahn, aber diesmal nach Niederuzwil gerufen von Pfarrer Jakob Gähwiler, um eine Frauenklinik, ein Kinderheim, ein Kindergarten usw, zu eröffnen.

1944 wiederum durch Pfarrer Jakob Gähwiler kamen die Schwestern nach Bernhardzell und übernahmen die Krankenpflege, den Kindergarten, Schulen, Religionsunterricht und vieles mehr.

 

Pallotti träumte schon früh von Möglichkeiten, religiös motivierte Menschen zusammenzuführen. Er war bewegt von dem Gedanken, dass eine gute Sache auf Dauer nur durch Verbindung Gleichgesinnter sich entfalten kann. Er zählte dabei auf das gegenseitige Inspirieren und Ermutigen. Für ihn war klar, dass erst die verschiedenen Fähigkeiten von vielen zusammen wirksam helfen können. So sorgte Pallotti dafür, dass Menschen sich umeinander kümmern und alle Fähigkeiten einsetzen: Gebet und Geld, Wort und Tat, handwerkliche genauso wie schriftstellerische Begabung. Allmählich scharte sich ein immer grösser werdender Kreis aus allen Schichten der Bevölkerung um Pallotti. Er nannte sie Gesellschaft vom Katholischen Apostolat. Dieser Begriff wurde 1835 offiziell der Name seiner Gemeinschaft. Sie alle verband und motivierte das biblische Leitwort: «Die Liebe Christi drängt uns!»

 

Pallottiner und Pallottinerinnen leben Vielfalt: Als Gemeinschaften, Gruppen oder Einzelmitglieder verwirklichen wir in den verschiedenen Lebensbereichen unser Apostolsein. UNIO ist die pallottinische Familie, die Vereinigung der vielfältigen pallottinischen Gemeinschaften, Gruppierungen und Einzelmitglieder. Pallottis Traum von einer geschwisterlichen Kirche mit einem Glauben aus der Freude an Gott treibt auch uns um. Wir spüren die Sehnsucht nach Menschsein und Heilwerden und stossen dabei auch auf Grenzen. Aber gerade da, wo Grenzen besonders spürbar sind, bewahrheitet sich Pallottis Hoffnung auf das geschwisterliche Miteinander einer weltweiten Gemeinschaft, das geschwisterliche Miteinander in der Kirche.

In der Schweiz gibt es eine Laienbewegung APIS, die sich von der pallottinischen Spiritualität inspirieren lässt, als auch die Gemeinschaften der Pallottiner (Priester- und Brüdergemeinschaft) und die Pallottinerinnen.

 

Weltweit vertreten, leben und wirken die Pallottinerinnen auch in der Schweiz: in Niederuzwil, in Gossau und Bernhardzell. Fehlende Kräfte in den Apostolatsfeldern (Frauenklinik, Altersheime, Kindergärten, Schule, Krankenambulanz) drängten uns zur Auseinandersetzung mit der Frage, was uns Gott mit dieser Wirklichkeit sagen will. Wir gingen durch schmerzliche Prozesse des Loslassens als Einzelne und als Gemeinschaft. Dabei entdeckten wir, dass Loslassen frei macht für Neues.

Bedingt durch Alter und Gebrechlichkeit widmen sich mehrere Schwestern ganz dem Apostolat des Gebetes. Inspiriert werden sie dabei durch weltweite Berichterstattung und durch Anliegen, die sie vor Ort hören. Andere widmen sich älteren Menschen durch Mitarbeit in der Pro Senectute, durch Pflege und Begleitung von Pflegebedürftigen. Wieder andere arbeiten ehrenamtlich in den Pfarreien, sind in der Exerzitienarbeit, in der Geistlichen Begleitung von Einzelnen und Gruppen, sowie in der Klinikseelsorge tätig. Eine Schwester unterstützt die Pallottiner Mitbrüder im Gymnasium Friedberg in Gossau. Wo immer die Einzelnen leben und wirken, uns trägt die Gewissheit, dass jede an ihrem Ort und mit ihrer Kraft einen wertvollen Beitrag geben kann, dass Kirche mehr und mehr sich zu einer geschwisterlichen Kirche entfaltet.

Gemeinschaft der Pallottinerinnen
Schweizer Regio
Pallottinerinnen
Pallotti-Huus
Bahnhofstrasse 123c
CH-9244 Niederuzwil

Pallottinerinnen
Postfach 29
Hinterchirchstrasse 7
CH-9304 Bernhardzell